Recap 05/2019

Recap 05/2019

Titelbild: Screenshot aus dem YouTube-Video „slowthai – Inglorious ft. Skepta“ von ’slowthai‘

Der Recap für den Mai ist international und zu lang geworden. Kein Platz für Intro.

Tyler, The Creator – IGOR

Fangen wir in den Staaten an, wo Tyler, The Creator ein Nr.1-Album veröffentlicht hat. Ein richtiges Album-Album, zu dem es vorher nur kurze Schnipsel zu sehen gab und bei dem Tyler ausdrücklich darauf hinwies, dass man es in Ruhe und in einem Durchlauf durchhören solle. Diesen traditionellen Ansatz verfolgt er nicht nur für die Konsumenten, sondern hat ihn auch in den einzelnen Songs umgesetzt, die sich zu einem Konzeptalbum zusammenfügen, welches den Verlauf einer Liebesbeziehung aus der Sicht der Persona IGOR erzählt. Das Album wurde von Tyler selbst produziert, hat aber Beiträge von etlichen Künstler*innen eingebunden, die jedoch nicht klassisch als Feature benannt werden. Auch dadurch muss man sich das Album ein wenig selbst erarbeiten, auf Details hören oder eben das Internet nutzen, um sich nach und nach ein Gesamtbild zu erschließen. Dabei kann und soll man seine eigenen Momente finden, die einen ansprechen, bewegen, faszinieren. Und genau das werd ich auch hier machen.

Anweisungen zum Hören von „IGOR“. Quelle: instagram.com/feliciathegoat

Um wirklich in den Sound des Albums einzutauchen, hilft Tyler mit den ersten zwanzig Sekunden von „IGOR’S THEME“, indem er einen Bass-Sound einfach alleine stehen lässt. Der Sound taucht im Laufe des Albums immer wieder mal auf, wie das auch ein klassisches Leitmotiv tut. Im Folgetrack „EARFQUAKE“ geht es inhaltlich voran. Tyler, beziehungsweise die Kunstfigur IGOR, verarbeitet gleichzeitig das Bewundern einer Person, Heartbreak und das Klammern an diese Person. Ein erstes Detailbeispiel zeigt, warum „IGOR“ als Album so wunderbar funktioniert. Am Ende von „EARFQUAKE“ finden sich Adlibs, die 1x „One“, 2x „Two“, 3x „Three“ zählen und dann in den Track „I Think“ übergehen, der mit 4x „Four“ gestartet wird.

Die Texte schwanken im Lauf des Albums zwischen Verliebtheit, der Erkenntnis, dass es aus ist und vielen Meta-Gedanken, die sich beispielweise im relativ dramatischen „NEW MAGIC WAND“ finden.

„I live life with no fear, except for the idea
That one day you won’t be here“

Daran anschließend folgt die Inszenierung namens „A BOYS IS A GUN*“, wo zwar das Piano im Vordergrund steht, im Laufe des Tracks aber immer wieder auf- und abschwellende Soundflächen eingebaut sind, ratternde Schüsse inklusive. Im Laufe des Albums werden einige Gefühlsäußerungen immer paradoxer, in „PUPPET“ stellt IGOR dann fest, dass er sowieso nur eine Puppe ist und gar nicht Herr seiner eigenen Handlungen. Der Track bietet einen außergewöhnlichen Aufbau, startet mit zwei Versen, in denen Tyler relativ schnell rappt und sich ausmalt, was alles sein könnte, macht dann einen Break zur Hook, in der sich die Balladenhaftigkeit des Songs, inkusive Streichern, zeigt, und hat dann noch einen eher assoziativen Part von Kanye West parat.

Die Liste an Künstler*innen, die an „IGOR“ mitgearbeitet haben, ist ohnehin beeindruckend. Unter anderem sind Lil Uzi Vert, Playboi Carti, Solange, Slowthai und Pharrell Williams dabei. Dass all diese Leute einen kleinen Teil zu einem Werk beigetragen haben und es trotzdem so harmonisch als Ganzes steht, ist durchaus beachtlich und liegt mit Sicherheit auch an der konzeptuellen Ausführung, die Tyler gewählt hat. Stünden die jeweils beteiligten Artists als Featuregast mit im Songtitel, hätte dies mit Sicherheit ganz bestimmte Erwartungen an die Titel mit sich gebracht und höchstwahrscheinlich auch dafür gesorgt, dass beispielsweise bei Streamingdiensten Tracks mit den prominentesten Künster*innen zuerst und am meisten gehört worden wären. Dem hat Tyler zumindest teilweise entgegengewirkt, indem er diese Referenzen versteckt hat. Zudem sind die meisten Beiträge nicht zwangsläufig plakative Highlights, die herausragen, sondern eben Teile eines größeren Ganzen.

Was zum epischen Abschluss dieses großen Ganzen führt. Nachdem zwischendurch klar wird, dass die Beziehung zerbrochen ist und dies von IGOR so auch akzeptiert wird („GONE, GONE / THANK YOU“), stellt sich am Ende die Frage „ARE WE STILL FRIENDS?“. Rein Soundtechnisch klingt der Track eher nach Soulmusik für romantische Stunden, bis Streicher/Synths einsetzten und dem ganzen einen etwas moderneren Anstrich geben. Zwischendurch gibt es einen Breakdown, in den sich auch Soloparts einer E-Gitarre mischen, welche der letzte Detailmoment ist, den ich hier aufgreifen werde. In meinen Notizen wollte ich auf diese Gitarre, die auch ganz am Schluss noch einmal auftaucht, als eine von Jack White inspirierte Soundästhetik eingehen, hauptsächlich aufgrund der sirenenartigen Töne, die sich zwischen die eigentlichen Noten mischen. Dann hat mich der Podcast „Dissect“, wo Alben mal so richtig nerdig auseinandergenommen werden, ziemlich happy gemacht, weil die beiden Dudes dort vermutet haben, dass Jack White tatsächlich derjenige sein soll, der die Gitarre dort eingespielt hat. Vermutungen, die man sich durch intensives Hören und vielleicht ein wenig Knowledge erarbeiten kann. Um die Großartigkeit der Fähigkeiten von Jack White zu beweisen ist hier eine Live-Version seines Songs „Why Walk A Dog?“ von seinem letzten Album „Boarding House Reach“. Ab ca. Minute 1:00 gibt es das Solo zu hören, das genau mit solchen Sirenensounds arbeitet, die am Ende auf „IGOR“ zu hören sind.

Tyler, The Creator liefert mit „IGOR“ ein Konzeptalbum, das eine geschlossene Soundästhetik und stringente Texte liefert, dabei aber auf den Einfluss von etlichen Künstler*innen zurückgreift, ohne diese wegen ihrer Namen, sondern aufgrund ihres kreativen Inputs einzubinden. Die Kunstfigur IGOR bietet die Möglichkeit der Identifikation für Hörer*innen, während das Album „IGOR“ ein Werk voll kleiner Details ist, die sich durch intensives Hören persönlich erschließen lassen. Dies ergibt zusammengenommen eine überwältigende Vielfalt von Wegen, wie Zeit mit diesem Album verbracht werden kann und wie es für sich selbst interpretiert werden kann.

10/10, keine Diskussion
10

slowthai – Nothing Great About Britain

Auf „IGOR“ ist er kurz zu hören und hat außerdem sein Debütalbum veröffentlicht: slowthai.  Das Album heißt „Nothing Great About Britain“ und mal wieder muss man über das Thema „Europa“ reden. Das mag in den letzten Monaten vielleicht zu häufig der Fall gewesen sein, aber so, wie Slowthai politische Themen angeht, ist es gut, dass es hier passiert. Wobei sich slowthai thematisch eher auf Großbritannien an sich und weniger auf dessen Beziehung zur EU konzentriert. Er guckt auf seine Landsleute, die Probleme in seinem Umfeld und untermalt das mit Grime, was zu einer aggressiven Mischung an Elementen führt.

Schon der Beat zum Opener und Titeltrack „Nothing Great About Britain“ bietet ein komplexes Konstrukt aus Kicks und Snares, die sich mit dem gegenläufigen Flow von slowthai mischen und zur Konzentration auffordern. Auch der starke Akzent trägt seinen Teil dazu bei, gibt dem Rapper aber auch Authentizität. Während der Opener noch auf verankerten Rassismus in der britischen Gesellschaft und Institutionen aufmerksam macht und zur logischen Schlussfolgerung gelangt, dass es eben nichts Tolles über Großbritannien zu sagen gäbe, geht es in den folgenden Tracks auch persönlicher zu. Zum Beispiel auf dem Track „Doorman“. Der startet im Hintergrund mit Drums und einer Bassline, die man ohne Bedenken als Sample von „Sleaford Mods“ einordnen könnte, sich dann aber doch als Beat von Andy Picton herausstellen. slowthai erzählt dazu von dem Verlangen nach Zigaretten, dem Nachtleben und bringt am Ende Audioausschnitte aus einer Dokumentation über Punker unter. Die ist von 1983 und auch die Bassline des Songs ist halbwegs nah zur Bassspur am Anfang der Doku.

Die Enden von einzelnen Tracks werden von sowthai mehrmals für kurze Audiomitschnitte genutzt, die eine neue Ebene zu den Tracks bringen. Das kann der Drogenkonsum von Punkern sein, die Enttäuschung über Lügen des eigenen Vaters, Cops, die an der Tür hämmern, aber ignoriert werden, oder eben die Beleidigung der Queen.

„I tell you how it is, I will treat you with the utmost respect only if you respect me a little bit Elizabeth, you cunt“

slowthai wirkt in all der Kritik, die er auf seinem Album äußert, eher frech als verbittert und das steht einem politischen Album sehr gut. Im Gegensatz zu anderen kritischen Künstler*innen ist er jung, drückt dies immer wieder aus, wenn er über den mangelhaft ernsten Umgang mit Verantwortung nachdenkt und darüber, wie sehr seine Familie, im Besonderen seine Mutter, ihm geholfen haben. Obwohl um ihn herum alles Dreck ist, trägt slowthai oft das Grinsen im Gesicht, wohlwissend, dass es mit seiner Art, seinen Ansichten und seiner Musik einen Haufen Leute anpisst. So auch im Titelbild für diesen Recap, wo er Seite an Seite mit Skepta steht, den Baseballschläger im Anschlag. Ein starkes Bild, so wie auch die Visuals von slowthai generell ziemlich aufwendig und aussagekräftig angelegt sind. „Doorman“ ist auch hier ein gutes Beispiel und kann mit einer „Trainspotting“-Referenz punkten. Das alles sorgt für ein wirklich starkes Debütalbum eines jungen Künstlers, der wenig auf etablierte Autoritäten gibt und damit eine Haltung vermittelt, der sich aktuell viele junge Brit*innen verbunden fühlen.

9/10

Skepta – Ignorance is Bliss

Skepta, bereits als Feature auf dem slowthai-Album vertreten, hat ebenfalls ein neues Album releast, welches seinerseits ein Bild von slowthai auf dem Cover enthält. „Ignorance is Bliss“ unterstreicht Skeptas Anspruch wie eine Legende behandelt zu werden, spart aber nicht mit intimen Momenten. So startet das Album direkt mit Heartbreak und reflektiert über den Status, den er in seinem Leben mittlerweile erreicht hat. Gefühle ja, aber eben auch der laut ausgesprochene Gedanke, dass es sich niemals als Opfer sehen wird, sondern auf der Gewinnerseite des Lebens steht. Trotz aller Berühmtheit steht die eigene Familie über Allem, wie auch das Video zu „Bullet From A Gun“ unterstreicht, in dem Skepta mit Kinderwagen in der U-Bahnstation sitzt.

Neben diesen nachdenklichen Einblicken in Skeptas Leben bleiben viele Tracks in den bekannten Mustern von Skeptas Musik verortet. Das kann ein bereits früher genutzter Bass sein, der Bezug zu London, zur Hood oder eine direkte Referenz auf eigene Songs wie „Praise The Lord“ oder „It Ain’t Safe“. Langweilig wird es dabei selten, nur bleiben manche Beats ein wenig zu uninspiriert, um wirklich fesselnd zu klingen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Dieser bleibende Eindruck und gleichzeitig der Grund, warum Skeptas Album außergewöhnlich ist, findet sich in der Sprache und den Referenzen, die auf dem Album genutzt werden. So wird auf „Redrum“ Gewalt thematisiert und in der Hook mit der Line „Slap you like Ike Turner“ auf den Musiker und zwischenzeitlichen Ehemann von Tina Turner angespielt. Ihm wird häusliche Gewalt vorgeworfen, was die Referenz, die auch schon andere Rapstars genutzt haben, fragwürdig und nicht gerade geschmackvoll macht. Aber er weiß eben auch, dass er sich solche Anspielungen leisten kann.

„Man, I got MILFs in love with the words that I rhyme
Even though I swear and I curse all the time“

Deutlich ausgefallener kommt da die gesungene Hook von J Hus im Track „What Do You Mean“ daher. „The hustle is still in my genes. When I fell asleep, I was still in my jeans. Then I had a one gyal licking me clean. She wan‘ eat man like Idi Amin.“ Idi Amin war ein gewalttätiger Diktator in Uganda, dem gerüchteweise Kannibalismus vorgeworfen wurde. Auch das ist sicherlich grenzwertig, aber für mich absurd genug, um als gelungener Vergleich herzuhalten, der im Endeffekt nur aussagt, dass J Hus literally heftig gefickt wird. Auch Skeptas Referenz, die sein Leben als eine Folge „Maury“ beschreibt ist gelungen. „Maury“ ist eine Art Trash-Sendung in der die Beziehungsdramen von Leuten gegeneinander ausgespielt und plakativ inszeniert werden. Das Ganze vor einem Studiopublikum, so wie auch Skepta seine Hörer*innen an seinem Hustle teilhaben lässt.

Dazu haben einige Produktionen dann doch das Potenzial zur Überraschung. „What Do You Mean“ bewegt sich weit weg von Grime und fährt spannenderweise einen Beat auf, der stark nach klassischem West-Coast-Shit klingt und mir das Bild eines langsam rollenden Lowriders in den Kopf bastelt. Der Track „Love Me Not“ samplet kurzerhand den Pop-Hit „Murder On The Dancefloor“ von Sophie Ellis-Baxtor und nutzt Ausschnitte nicht nur für den Beat im Verse, sondern lässt den Titel am Ende mit mehreren Zeilen des Songs aus 2001 ausklingen. Überraschend ist zuletzt auch die explizit politische Ansage, die der erste Verse auf „Glow In The Dark“ darstellt. All das Politische, was sonst größtenteils implizit in der Musik und der Attitüde von Skeptas Musik mitschwingt, bringt er hier auf den Punkt.

„I knew what it was to be black way before I was on the GQ cover
How you gonna question me about colour?
What you know about Nelson Mandela?
Man, I get anti as ever
Yeah, I can do serious, I can do mean
Tell a supremacist that I’m supreme
Oh, everybody’s woke now, guess I’m just lost in a dream.“

All diese Elemente tragen dazu bei, dass Skeptas Album nicht eintönig wird, obwohl sich viele Motive aus seiner früheren Diskographie wiederholen. Er verteidigt seinen Status als Vorreiter der Grime-Szene, als Repräsentant des Big Smoke London und als Mann, der loyal zu seinen Leuten steht.

Außerdem darf seine Rolle als Stilikone nicht unterschlagen werden, die sich im wirklich fantastisch anzuschauenden Video zu „Greaze Mode“ zeigt. Großes Kino.

8/10

Gibmafuffi – Still Storch LP

Der Produzent Gibmafuffi, unter anderem bekannt aus dem Umfeld von Rapper Döll, hat ein Instrumental-Album veröffentlicht, das die Zeit ein wenig zurückdreht. Es ist nicht so, dass der BoomBap auf dieser LP veraltet oder hängengeblieben klingt, ganz im Gegenteil. Aber die Ästhetik der Samples und einzelnen Gesprächsfetzen, die sich zwischendurch immer wieder auf dem Album finden, vermitteln ganz klar das Gefühl eines vergangenen Zeitalters. Darauf zielt auch das Artwork der LP ab, zu dem ihr mehr bei Allgood.de nachlesen könnt, wo ein wenig auf den Referenzkontext eingegangen wird.

Im Gegensatz zur dortigen Einordnung bin ich schon der Meinung, dass die Sounds auf der LP gewaltig knistern und wenig mit glattgeschliffenen, sauberen Spuren zu tun haben. Still Storch sorgt mit rauschenden Nebengeräuschen, verhältnismäßig viel Hall und einem gewissen Wabern in den Spuren für eine überwiegend düstere Atmosphäre. Dabei steht das Nachtleben im Fokus, zumindest lassen sich Tracks wie das „Kneipen Skit“ oder „Hobbytrinker“ so interpretieren und in ein Gesamtbild einfügen. Die Eindrücke, die Still Storch hervorruft, passen schlichtweg nicht in einen sonnigen Nachmittag, sondern zu einer in stetigem Tempo voranschreitenden Nacht.

Dabei sticht kaum ein Titel heraus. Die Tracks halten sich in Sachen Tempo zurück, die Spuren von einzelnen Instrumenten sind zwar teilweise jazzig und virtuos, aber niemals aufdringlich in den Vordergrund produziert. Das ganze Album ist bildhaft, ohne dabei plakativ zu arbeiten.

Einen Favorite Track hab ich trotzdem gepickt, weil „Streifzug“ mit seiner Rumpeligkeit und den hohen, aufgeregten und stark nachhallenden Klopfgeräuschen am stärksten für Bilder im meinem Kopf sorgen kann. Ausruf DJ Access, der mit den Cuts im Track dafür sorgt, dass ein wenig mehr Bewegung und Zappeligkeit in den Track gerät.

Ali Whales & Smog – AWN

Zuletzt ein wenig Lo-Fi-Sound aus dem Hause Erotik Toy Records. Dort haben Ali Whales & Smog ihr gemeinsames Album „Alles Wird Nichts“, kurz „AWN“ veröffentlicht. Der Sound bietet dabei eine stabile BoomBap-Ästhetik, die mit Elementen aus Disco- und 80s-Sounds erweitert wird. Daneben finden Jazzeinflüsse und die gute alte Akustikgitarre ihren Platz auf dem Album und zeigen die vielseitige Inspirationswelt, die beim Label generell gepflegt wird.

Der Text hält es simpel und real, erzählt von betrunkenen Nächten, Freundschaft und Liebe. Alles sehr relatable und unverkrampft. Das Album lässt hier und da aber auch kritische Töne zu und ist genauso für jene Leute gedacht, die sich gerne mal von aufgezwungener Gesellschaft verabschieden und alleine sein wollen. Passend dazu röhrt Doubtboy die melancholische Hook ins Mikrophon und platziert sich im Video zum Track außerdem neben ein Grab. Dramatischer Stoff.

Ansonsten überwiegen aber die hedonistischen Momente auf dem Album. Das bringt auf „Magnesium“ mit Featuregast Nepumuk lockere Flows und auf „3 x gesagt“ mit Tightill lockeres Chillen und Ignorieren von anderen Verpflichtungen, während ein Haufen Claps und Cowbells abgefeuert wird. Nachdenklich wird es dann noch einmal im finalen Titeltrack „Alles wird nichts“ der eine Akustikgitarre samplet und zwischen ernsten Gedanken und Kifferphilosophie schwankt.

Mit diesem Wechsel aus entspannter Haltung und tiefgehenden Gedanken fährt „AWN“ sehr gut und funktioniert im klassischen Durchhören von Anfang bis zum Ende. Eine kleine Brücke dafür haben Ali Whales und Smog auch gebaut, indem sowohl der erste, als auch der letzte Track mit den Buchstaben AWN abgekürzt werden können. Gebt euch bös!

8/10

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