Recap 11/18

Recap 11/18

Es ist ein sehr gutes Gefühl diesen Recap für November 2018 zu schreiben, denn das bedeutet, dass das Jahr bald vorbei ist. Sind wir ehrlich: 2018 war musikalisch alles andere als geil. Deutschrap kann man zu einem Großteil in die Tonne kloppen und selbst aus den Staaten kam dieses Jahr nicht die krasse Menge an guten Releases, zumindest nicht von den größeren Rapper*innen. Ein Glück das 2019 bald kommt und mit Yassin, Döll und Dendemann schon mal einen dopen Januar verspricht. Genau diese Künstler haben auch die Highlights im November gesetzt und bringen immerhin ein wenig Farbe in den eintönigen Musikschwall.

Yassin – Abendland

Im Januar kommt also das Soloprojekt von Yassin und die erste Single deutet bereits an, dass musikalisch und produktionstechnisch durchaus experimentiert wird. In „Abendland“ ist das auf jeden Fall gelungen und erwartungsgemäß wird es textlich auch politisch. Yassin bringt das Album mit viel Aufwand heraus, das wird auch an der Videoproduktion deutlich und ich bin sehr gespannt, ob das Gesamtwerk überzeugen kann.

Döll – Für den Fall

Auch Kumpel Döll bringt ein Soloalbum heraus und wird auf der ersten Single sehr persönlich. „Das hier ist realste, was ich je schrieb, seit meinem Start, Dicka.“ Es geht also um die harten Zeiten, den Struggle und natürlich seinen jetzigen Status, der ja, in Zusammenarbeit mit Bruder Mädness, schon eher gefestig ist. Auch hier scheint viel Energie und Aufwand in das Album geflossen zu sein, kurzweilig hört sich die erste Auskopplung auf jeden Fall nicht an.

Dendemann -Keine Parolen

Auch Dende wird auf seiner Single „Keine Parolen“ politisch und hat mich damit schon überrrascht. Nicht, weil er sonst komplett unpolitisch geblieben wäre, sondern einfach deshalb, weil ich ihm kein so starkes Comeback zugetraut hätte. Ich hab da eher etwas in Richtung der Beginner erwartet, doch hier scheint die Ausgangslage anders zu sein. Was zudem auffällt ist die starke Liste an Produzenten, die Dende für das Album organisiert hat. Dazu zählen u.a KitschKrieg, Torky Tork und Dexter. Gerade der Beatwechsel bringt auch in „Keine Parolen“ den besten Moment hervor und lässt auf ein gutes Album hoffen. Nice!

De Staat – I’m Out Of Your Mind

Bisschen Rockmusik muss auch noch sein. Ebenfalls für 2019 angekündigt ist das neue Album von den Niederländern De Staat. Die zweite Single „I’m Out Of Your Mind“ ist deutlich knackiger als die erste und hat ebenfalls ein Video bekommen. Das dreht zwar nur im Studio- und Proberaum der Band, arbeitet aber recht clever mit dem roten und blauen Licht, das auch die Farben des aktuellen Artworks bestimmt. Starker Tack!

Live bei GPC

Zuletzt noch eine Geschichte aus dem Untergrund. Nachdem ich in den Norden und in die Nähe von Hamburg gezogen bin, ist das ab jetzt meine Adresse für Konzerte. In diesem Monat stand das Konzert von Untergrund-Legende GPC an. Die Location war passend der Bunker des Uebel & Gefährlich, auch wenn es nicht in den Untergrund, sondern vier Stockwerke hoch ins Turmzimmer ging. Ganze zwei Konzert gab GPC in diesem Jahr nur, daher war der Gig eine sehr seltene Gelegenheit, die ich nicht verpassen konnte. Die Stimmung war dementsprechend angeheizt, das Publikum schon lange vor dem Warm-Up-Gig im Modus, an jeder Ecke wurde „Grooob“ herumgebrüllt, nebenbei noch verglichen, wer den besten Tracksuit anhat. Die Hits des Abend waren ganz klar die stärksten Songs vom aktuellen Mixtape „Grob sei Dank“, namentlich „1000 € in 20nies“ und „10er Pack“, bei dem auch Haiyti mit auf die Bühne steppte. Geile Energie beim Konzert, starke DJs, wie AsadJohn und Cri$py C, einfach Untergrund eben. „8 und 4“ wurde gleich zweimal gespielt, absolutes Highlight.

Das wars auch schon für 11/18. Im Dezember werd ich noch ne Liste von guten Album rausballern und wahrscheinlich ein paar Songs sammeln, die in diesem Jahr dann doch hörbar waren. Bis dahin!

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